Tibet - Nepal - Über den Himalaya

Kreisende Gebetsmühlen, flatternde Gebetsfahnen und flackernde Butterlampen. Debattierende Mönche im Klosterhof und zottelige Yaks, die im Schatten schneebedeckter Siebentausender grasen. Szenen vom Dach der Welt. Und über allem schwebt in Tibet der Geist des Dalai Lama - erfolgreiches PR-Gesicht des tibetischen Buddhismus. Nicht minder faszinierend: Tempel, Paläste, heilige Männer und heilige Kühe in Nepal. Der Link zwischen beiden Staaten ist die grandiose Bergwelt des Himalayas. Ein bisschen Sitzfleisch und eine stabile Gesundheit sollten man  allerdings mitbringen!

                                                              

 

Diese Reise mit ebendieser Route hat mich sofort begeistert. Gigantische Ausblicke, beeindruckende Klöster, Tibeter im Alltag...

Nachdem 2008 der Traum zerplatzte (Olympiade 2008) nahmen wir Anfang 2012 erneut Anlauf. Schon fast spät buchten wir im Januar und Februar 2012 alle unsere Bausteine. Es war wieder einmal eine Herausforderung, infolge unserer "individualisierten" Gruppenreise alle einzelnen Elemente der Reise terminlich abzustimmen, Preise zu vergleichen, durchzubuchen und hinterher bei den unglaublichen Papiermassen nicht den Überblick zu verlieren.

Aber mit Abschluß der Reise ging es erst so richtig los. Unser gesundheitlicher check up stand ganz oben auf der langen, langen To-Do-Liste. So liefen wir von Arzt zu Arzt. Die Tests und Untersuchungen zogen sich gefühlt unendlich in die Länge - von Monat zu Monat. Unweigerlich erreichten wir  zwischenzeitlich einen tiefen Erschöpfungszustand. Die Gedanken kreisten: Ich will nicht mehr ... Warum wollen wir da eigentlich hin??? Wir waren tapfer! Schließlich haben wir alle Untersuchungen hinter uns gebracht. Die Kardiologieabteilung und der Höhenverträglichkeitstest wurden nicht unsere besten Freunde.  Und.... Das dringlichste Problem wird wieder einmal als Letztes in Angriff genommen - mein Backenzahn ohne Inlay! Kurz vor der Angst der Gang zum Zahnarzt, aber dieses Mal zu einem Zahnarzt, der meine Problem auch wirklich löste - schnell, schmerzfrei, perfekt. DANKE, RUDI!

Parallel erfolgte die Einkaufsmarathon. Wieviel Geld man bereits im Vorfeld zu einer Reise ausgeben kann! Man kann es nicht glauben, verdrängt es und das Konto erinnert einen freundlichst wieder daran! Unmengen von Medikamenten mußten besorgt werden - weil die in der Medikamentenschublade natürlich irgendwie wieder einmal abgelaufen waren. Paralell habe ich fast einen Chemiegroßhandel aufgemacht: Desinfektionsmittel, Mückenschutz, Sonnenschutz machen es möglich. Wahrscheinlich habe ich wieder einmal zu viel gekauft. Sortiert auf dem Esstisch (der dann voll war) sah es schon etwas überdimensioniert aus... kann man bestimmt später noch einmal verwenden... bei einer Garten-/Grillparty im Grünen... beim nächsten Urlaub... wahrscheinlich werfe ich in 3 Jahren den Rest wieder weg...

Das Aufrüsten der Garderobe hielt sich glücklicherweise im Rahmen. Eine Fleecejacke, Funktionsunterwäsche, eine Daunenweste, Wanderschuhe mit Wandersocken... auf jeden Fall alles Stücke, die man super bei Sport und Freizeit sinnvoll einsetzen kann. Für die tropischen Gefilde sind wir aus unserer Asienreise 2009 noch bestens ausgestattet. Vorher noch imprägnieren - und fertig. Manfred wurde verdonnert, seinen Hartschalenkoffer mit einem Leergewicht von 8 kg zu Hause zu lassen und sich ein Leichtgewicht zu kaufen. Samsonite, 3,5 kg, na bitte, wer sagts denn.

Zum Thema Panoramafotografie hatte ich mich in der Lette-Akademie angemeldet. Wenn man in so ein einzigartiges Gebiet reist (und vielleicht nie wieder dorthin kommt) möchte man doch die bestmöglichen (Erinnerungs-)Fotos mit nach Hause bringen. Was soll ich sagen. Der Kurs wurde wegen Minderbeteiligung abgesagt. Die Alternative war schnell gefunden - ein schlaues Buch sollte es nun richten. Die physikalischen Grundlagen zu vestehen war eine Hürde. Die andere Hürde war das Erfassen, welche verschiedenen, technischen Möglichkeiten zum Fertigen von Panoramafotos bestehen. Den Rest gab mir dann das Preisniveau dieses Spaßes. Wir haben verschiedene Versionen durchdiskutiert, Preise verglichen und viele Fotoshops besucht. Aber es wollte kein Durchbruch kommen. Kurz vor Toresschluß, um genau zu sein am Tag der Abreise, entschieden wir uns für ein Monopad (Einbeinstativ) und ein Fisheye-Objektiv. An dieser Stelle: Vielen Dank an den Sponsor!!!

Planmäßig stiegen wir kurz vor Abreise in unser Höhentraining ein. Manfred fing 4 Wochen vorher mit 2 Terminen pro Woche an. Ich hatte aufgrund meines nicht optimalen Höhenverträglichkeitstestes 2 Wochen Intensivtraining. In der ersten Woche ging ich eine Stunde in die Kammer auf das Laufband. Eine Stunde bei 4,0 km/h auf dem Laufband - wie langweilig ist das denn!? Für etwas Abwechslung sorgte die Bergeinstellung/Steigerung und mein Hörbuch. Da mein Körper ab einer Höhe von 4.400m Schwierigkeiten bei der Anpassung hatte, ging ich in der 2. Woche 2 Stunden pro Tag in die Kammer - aber ohne Sportprogramm. Sitzend mit Hörbuch konnte ich in Ruhe meine Reisevorbereitungen abschließen und mein Individualreiseführer zusammenbasteln. Manfred amüsierte sich derweil in einer anderen Kammer mit 3 Männern, die die Tibettour (Kathmandu - Lhasa auf dem Friendshiphighway) per Fahrrad geplant hatten. Genau, per Fahrrad!!! 1.000 km in 3 Wochen! Das zeigte noch einmal, wir waren Comforttouristen unter lauter Underdogs, die sich auf ihre Tour zum Mont Blanc, in die Dolormiten und sogar auf den Mount Everest vorbereiteten! Unglaublich! Das Höhenpunkt-Team war aber sehr rücksichtsvoll mit uns! Wir wurden sehr freundlich und kompetent betreut. Vielen Dank dafür! - Prallel haben wir das Trinken trainiert (mind. 3 Liter am Tag! Alkoholfrei!). Wir hoffen, daß die Investitionen sich gelohnt haben. Das wird sich in Kürze zeigen. Zumindest haben wir damit alles Erdenkliche getan, um die Reise gesund zu überstehen. 

Zu guter Letzt ging ich zur optimalen Entspannung am Abflugtag noch einmal zur Pediküre und zum Friseur. Gegen gut Aussehen kann doch keiner was haben! So, nun kann der Trip starten. 

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